Aktuelle Veranstaltungen der Ev.-luth. Kirchengemeinde Markt in Goslar

Aktuelles

Besondere Mitteilungen und Veranstaltungen in unserer Gemeinde

Pfarrerin Karin Liebl und Pfarrer Ralph Beims als Ehepaar 20 Jahre an der Marktgemeinde "Orte reformatorischen Geschehens in Goslar" von Ute Pötig"Marktkirchen-Bibliothek: Reformation live!" von Propst i.R. Helmut Liersch Neues aus der Kita zum Markt
Archiv: Kunstausstellungen in der Marktkirche
Archiv: Besondere Veranstaltungen der Marktkirche und der Propstei Goslar
Berichte und Fotos von besonderen Veranstaltungen in den letzten Jahren finden Sie in unserem Archiv



Seit 20 Jahren an der Marktkirche

Pfarrerin Karin Liebl und Pfarrer Ralph Beims sind als Ehepaar seit 20 Jahren rund um die Marktkirche Goslar aktiv. Kein Fazit!

"Sie wollen mit ihrer Kirche auf dem Markt sein" titelte die Goslarsche Zeitung anlässlich unseres Dienstbeginns am 1.10.1997 an der Marktkirche Goslar.

Als "Stellenteiler" begannen wir unsere Dienstzeit in Goslar; denn als Pfarr-Ehepaar konnte man sich damals den Regelungen der Landeskirche Braunschweig folgend gemeinsam nur eine ganze Pfarrstelle teilen. Ralph Beims, gebürtiger Goslarer, hatte damals die Geschäftsführung inne, und Kindergottesdienst, Gemeindebrief und BGS-Seelsorge gehörten zu seinem Aufgabenbereich. Karin Liebl - erste Pfarrerin an der Marktkirche - widmete sich der Arbeit mit Frauen, übernahm den Konfirmandenunterricht und war für Jugendarbeit und Seniorenkreis zuständig.


Vor 20 Jahren (Quelle GZ)

2017

Vieles hat sich seitdem geändert:

Unser Pfarrhaus ist längst nicht mehr zu groß, sondern dank der Kinder seit Jahren voller quirligem Leben. Die Marktkirche hat nicht mehr nur am Wochenende, sondern täglich geöffnet. Die Renovierung im Vorfeld der der Expo ließ den Kirchenraum in hellen Farben erstrahlen. Der Nordturm bietet Gästen und Einheimischen einen Perspektivwechsel. Die Orgel ist von Grund auf erneuert. Einiges ist neu entstanden: Churchwalk, Predigtreihen, KinderKirche, Tourismusarbeit, Kircheneintrittsstelle. Manche Schwerpunkte in der Gemeindearbeit wurden neu gesetzt.

Der Bundesgrenzschutz ist in Goslar mittlerweile Geschichte. Ralph Beims ist als Schulpfarrer seit über 19 Jahren fester Bestandteil des Ratsgymnasiums und ist für "Tourismus in Goslar" zuständig. Die aus Nürnberg stammende Karin Liebl ist seit 2013 auch Pfarrerin in Neuwerk und fühlt sich in Goslar mittlerweile sehr zu Hause, freut sich über die Menschen, die sich in kirchliche Aufgaben einbinden lassen, genießt die Nähe zum Harz, die kurzen Wege und die familiäre Atmosphäre.

Die Arbeit im gemeindlichen Bereich hat sich in den Jahren verdichtet. Nicht nur die Anzahl der pfarramtlichen Kolleginnen und Kollegen in Goslar ist von 14 auf 7 geschrumpft, auch die Stunden von Sekretärinnen und KüsterInnen wurden reduziert.

Und die Veränderungen werden weiter gehen - so Gott will und wir leben!

Karin Liebl und Ralph Beims




Szenische Lesung mit Helmut Krauss

Donnerstag, 19.10.,

19.00 Uhr, Marktkirche

Der Schauspieler Helmut Krauss, einem großen Publikum bekannt als der grantige Herr Paschulke aus der Kindersendung "Löwenzahn", aber auch als Synchronstimme berühmter Schauspieler wie Marlon Brando, John Goodman, Samuel L. Jackson u.v.a., schlüpft in die Rolle Martin Luthers und liest aus dessen Texten.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.




Fröhliche Reise mit Martin Luther durch die wilden Jahre der Reformation

Kita Zum Markte verabschiedet die Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Singspiel zum Leben Martin Luthers

Kinder und Erwachsene in der voll besetzten Kirche warteten schon lange vor Beginn des Familiengottesdienstes gespannt auf das Singspiel, das Mädchen und Jungen der Kita Zum Markte anlässlich des Reformationsjahres vorbereitet hatten. Gleich in der Begrüßung gab Pfarrerin Liebl den Hinweis, dass es dieses Mal keine Predigt geben werde, da das heute die Kinder übernehmen würden. Und so war es auch: Unter dem Motto "Nun freut euch, lieben Christeng'mein" spielten die Kinder in acht Szenen das Leben Martin Luthers nach. Von der Kindheit in Eisleben über den Thesenanschlag in Wittenberg bis hin zum geselligen Familienleben der Luthers zeichneten die Akteure die persönliche und auch theologische Entwicklung des Reformators nach. Das erforderte drei unterschiedliche Besetzungen für die Hauptperson Martin Luther. Besonders beeindruckend war der Abschnitt, in der das damalige Klosterleben vor Augen geführt wurde: die Kita-Kinder zogen als Augustinermönche in die Kirche ein. Höhepunkt des Spiels, dessen Text von Pfarrer Ralph Beims arrangiert war, war sicherlich der Moment, in dem Martin Luther seine reformatorische Entdeckung verkündet: "Gott ist ja gar kein strenger Richter, vor dem wir uns fürchten müssen. Gott ist wie ein liebender Vater. Der Glaube allein genügt! Was für eine Befreiung!" Am Ende des Singspiels wurde in besonderer Weise auch Luthers Ehefrau Katharina von Bora gewürdigt, weil sie nicht nur lesen, schreiben und rechnen konnte, sondern auch kochen, Kinder erziehen, Bettelbriefe schreiben, Brunnen bohren und Teiche ausheben lassen und Gäste bewirten.

Musikalisch begleitet wurden die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler von Franzsika de Vries und Steffi Spree unter der Leitung von Propsteikantor Gerald de Vries.

Immer wieder beklatschten die GottesdienstbesucherInnen die wirklich beachtliche Leistung der Kinder, die von den Erzieherinnen der Kita Zum Markte und ihrer Leiterin Marina Schoger bestens vorbereitet waren. Mit guten Wünschen und Gottes Segen wurden dann alle Kinder, die nun Kindergarten und Hort der Kita Zum Markte verlassen, verabschiedet. Dazu stimmig wurde das letzte Lied gesungen, in dem es hieß: "Wenn wir jetzt gehen, dann lasst uns danken unserm Gott für diese Zeit. Unser Leben ist ein Stück gewachsen." Kinder und Eltern waren dankbar für eine reiche Kindergartenzeit und einen überaus unterhaltsamen Vormittag.

Ralph Beims




Sonntag, 14. Mai 17.00 Uhr, Marktkirche

"Hier stehe ich …"

Eröffnung der Doppelausstellung aus Anlass des Reformationsjubiläums

Parallel zur großen Reformationsausstellung in Braunschweig ist auch in Goslar eine Ausstellung geplant. In deren Mittelpunkt werden die Schätze der Marktkirchen- Bibliothek stehen, die unter anderem das einzige erhaltene Exemplar des frühesten Gemeindegesangbuches der Welt beherbergt. Im Jahr 1535 kamen die Bücher aus Halberstadt nach Goslar. Der Grund: Vermutlich wurde es dem Eigentümer, dem Kleriker und Notar Andreas Gronewalt, zu gefährlich, die Bücher mit humanistischreformatorischem Inhalt in Halberstadt zu behalten. Denn dort waren die Bemühungen um die Einführung der Reformation vorerst gescheitert. So wandte er sich an den Goslarer Superintendenten Eberhard Weidensee, den er aus dessen Halberstädter Zeit kannte. In Goslar überdauerten die Bücher die Jahrhunderte. Die Ausstellung nimmt die unterschiedlichen Charaktere der beiden Männer auf. Der eine, Gronewalt, musste die langsam heranreifende Anhängerschaft zur Reformation verbergen, war er doch zugleich für einen der ärgsten Widersacher Luthers, Kardinal Albrecht, als Notar tätig. Der andere setzte sich dem vollen Risiko eines Reformators in unsicheren Zeiten aus. Man kann aber wohl sagen, dass beide Männer Repräsentanten der neugewonnenen "evangelischen Freiheit" waren: allein verantwortlich der Stimme Gottes in ihrem Gewissen.

Eine grundlegende These der Ausstellung ist es, dass die damals noch neue Berufung auf das Gewissen als der einzig bindenden Instanz sich seither über die Jahrhunderte hinweg durchgehalten hat und damit ein wesentliches Stück der Aktualität der Reformation ausmacht. "Hier stehe ich und kann nicht anders." Dieser Luther zugeschriebene Satz ist erstaunlich modern. Es geht um Freiheit. Es geht offensichtlich aber auch um Bindung. Darin jedoch, woran Menschen sich identitätsstiftend binden, mag zugleich der Unterschied zwischen dem Denken Luthers und dem vieler unserer Zeitgenossen liegen.

Die Ausstellung bezieht deshalb Kunstwerke junger Studenten und Studentinnen der Hochschule für bildende Künste (HBK) in Braunschweig ein. Ziel ist es, in einen Dialog einzutreten zwischen den reformatorischen Vorstellungen über Freiheit und Gewissensbindung einerseits und andererseits den aktuellen Vorstellungen dazu.

Bildergalerie Eröffnungsveranstaltung am 14.Mai 2017

Aansprache zur Eröffnung der Ausstellung von Propst Thomas Gunkel

Ansprache Gewissensentscheidungen von Propst i. R. Helmut Liersch




Buchvorstellung

"Marktkirchen-Bibliothek Goslar"

"Beiträge zur Erforschung der reformationszeitlichen Sammlung"

herausgegeben von Helmut Liersch in Zusammenarbeit mit Ulrich Bubenheimer.

Bildergalerie Buchvorstellung

Vorstellung des Buches durch Propst i.R. Helmut Liersch

Blick ins Buch

Auf gut 300 Seiten und anhand von über 200 farbigen Abbildungen wird erstmals dargestellt, welche Schätze die in der Marktkirche lange Zeit verborgen existierende Büchersammlung beinhaltet. Das Werk erscheint im renommierten Regensburger Verlag "Schnell und Steiner". Über den o.a. Link, kann man einen Blick in das Buch werfen.






"Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar - Schatzkammer der Reformationszeit"

Dieser Vortrag fand am 1. Dezember 2016 im Rahmen des Europäischen Stationenweges zur Reformation statt.

Bildergalerie vom Vortrag

Video aus dem Reformationstruck zum Thema Ablassplakat

Am Abend des 1. Dezember fand im Anschluß an das Tagesprogramm des "Stationenweges" (Führungen, Reformationstruck) ein weiteres Highlight in der Marktkirche statt. Unter dem Titel "Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar - Schatzkammer der Reformationszeit" , fand ein Vortrag von Propst i.R. Helmut Liersch, welcher als Beauftragter die Bibliothek betreut, statt. Diese Bibliothek hat in den letzten Jahren des öfteren von sich Reden gemacht mit Artikeln, welche das Wort "Alleinstellungsmerkmal" enthielten.
In dem Vortrag wurde deshalb auf die Bibliothek im Allgemeinen und die Alleinstellungsmerkmale im Speziellen eingegangen. Die neueren Informationen wurden u.a. durch Zusammenarbeit von Helmut Liersch mit Prof. Dr. Ulrich Bubenheimer, einem Handschriftenexperten aus Heidelberg gewonnen. So wurde, pünktlich zum Reformationsjubiläum als Alleinstellungsmerkmal, ein Original-Ablassplakat aus der Reformationszeit entdeckt, welches als Buchbindepapier mit der bedruckten Seite nach innen in einem Buch in der Bibliothek versteckt war. Eine reife, kriminalistische Leistung!.
Weitere einzigartige Stücke in der Bibliothek sind das Erfurter Enchiridion aus dem Jahre 1524, das weltweit älteste und einzig noch vorhandene Gesangbuch. Außerdem befindet sich auch eine Septembertestament von 1522 in dem Bestand der Bibliothek. von diesem Buch gab es 3000 Exemplare, 1% sind noch vorhanden. Ein Brief von Martin Luther an die Jacobi-Gemeinde befindet sich ebenfalls im Bestand.
Als weitere interessante Erkenntnis aus den Forschungen, ist die Entdeckung der Bibliothek des ehemaligen Franziskanerklosters (Hinter den Brüdern/Greifplatz) in Goslar in den Beständen der Marktkirchenbibliothek zu nennen. Das Kloster (Gründung ca. 1200) wurde im Zuge der Reformation geschlossen, die Bettelmönche hatten keine Einkünfte mehr. Das gleiche Schicksal ereilte viele Priester, welche durch Abschaffung der Heiligenverehrung einen Wegfall der Pfründe erlitten.
Als wichtiger Punkt wurde ausgeführt, dass ein großer Teil der Bücher aus der Reformationszeit in der Marktkirchenbibliothek aus Halberstadt stammt, als Schenkung der Anwaltes Andreas Gronewald. Gronewald war ein Vertrauter des Kardinals Albrecht von Brandenburg und blieb katholisch. Trotzdem war er den reformatorischen Ideen zugetan, und er legte eine entsprechende Bibliothek an, die er aber unter dem (katholischen) Druck der Ereignisse in Halberstadt 1535 zu einem befreundeten Superindenten Weidensee nach Goslar bringen ließ.

Im Verlauf des fast 1½ stündigen Vortrages, der völlig frei, sowie mit Begeisterung und Identifikation mit dem Thema (und immer mit einer Prise Humor) gehalten wurde, kamen noch viele weitere interessante Informationen und Anekdoten aus der Reformationszeit in Goslar zur Sprache. Die Zuhörer dankten Propst i.R. Liersch mit lang anhaltendem Beifall.



Musik zu Advent und Weihnachten - Neue CD mit der Kantorei Goslar und Gerald de Vries (Orgel)



Eine neue Glocke für die Marktkirche

Bildergalerie vom Glockenguss in Lauchhammer am 22. Juli 2016

Freitag 22. Juli, kurz vor halb Sieben. Nach und nach treffen die angemeldeten Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die dabei sein wollen bei der Fahrt ins brandenburgische Lauchhammer, auf dem Parkplatz vor der Kaiserpfalz ein. Es sind Mitglieder des Kirchenvorstands der Marktgemeinde, die den Guss einer neuen Schlagglocke in Auftrag gegeben hat, aber auch Menschen aus anderen Goslarer Gemeinden und sogar ein Ehepaar aus Bad Harzburg. Heinz Fischer, der ehemalige Marktkirchenpfarrer, merkt beim Einsteigen an, dass er in all seinen Dienstjahren so manches erlebt habe - aber er hat noch nie zugeschaut, wenn eine neue Glocke entsteht. So geht es den allermeisten in der Gruppe.

Die Busfahrt zieht sich; immerhin liegt Lauchhammer 340 km entfernt. Die Fahrt führt an Halle vorbei, Leipzig, Dresden, dann fährt der Bus ein Stück Richtung Berlin und erreicht schließlich den Zielort. OSL steht auf den Nummernschildern der Autos: Oberspreewald-Lausitz. Der "Industriepark", durch den wir fahren, ist eine Mischung aus Resten der Industrie früherer Tage, wohl eher mäßig erfolgreichen Infrastrukturbemühungen der Nachwendezeit und Brachland.

Die Kunstgießerei selbst aber liegt malerisch und wirkt, als sei die Zeit stehen geblieben. Wir erfahren, dass die Gießerei schon seit dem frühen 18. Jahrhundert besteht und damit Zeugnis von einer sehr frühen Phase der Industrialisierung abgelegt. Das in dieser Region vorkommende hochwertige Rasenerz bewegte seinerzeit den Landesherrn, entsprechende Manufakturen zu begründen. Deshalb schaut die Gießerei auf eine lange Tradition auch des Glockengusses zurück, die allerdings in DDR-Zeiten unterbrochen war. Während dieser Jahre war Lauchhammer die größte Kunstgießerei der DDR. Ob Lenin oder Marx: Alles, was auf einen Sockel passte, aus Bronze war und mit heroischer Miene ins Land schaute - es kam mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Lauchhammer. Nach der Wende kaufte die im Hessischen ansässige Firma Rincker die Kunstgießerei und begründete die Glockengusstradition neu. Wir sind gespannt auf das Schauspiel, das sich uns beim Guss unserer Glocke darbieten wird.

Zuvor aber geht es in die nahe gelegene Kirche. Das heißt: Sie war einmal eine Kirche. Jetzt ist sie eine Dorfgemeinschaftshaus-Kulturzentrum-Kirchen-Mehrzweckhalle. Dort, wo einmal der Hohe Chor war, befindet sich heute eine Bühne. Im Eingangsbereich eine Theke - Kneipenatmosphäre. Beim Hereinkommen dudelt Unterhaltungsmusik. Einer, der hier verantwortlich zu sein scheint, begrüßt uns freundlich über eine offensichtlich auf Gesang ausgelegte Verstärkeranlage. Gut, dass Carsten Jelinski, der als Pressevertreter mitgereist ist, auch als Organist beschlagen ist. Sein einfühlsames Spiel und die wohlgesetzten Worte von Marktkirchenpfarrerin Karin Liebl sorgen dafür, dass doch gottesdienstliches Flair aufkommt. So sind wir gut vorbereitet für den Glockenguss, der sich nun anschließen soll.

Warum braucht die Marktkirche eine neue Glocke? Es geht nicht um das Geläut, das zum Gottesdienst einlädt. Sondern es sind die beiden stählernen Schlagglocken in der Spitze des Nordturmes, die der Erneuerung bedürfen. Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg im Turm angebracht worden, um akustisch die Zeit anzusagen. Die originalen Glocken waren, wie an so vielen Orten im Land, vom Turm geholt worden, damit aus ihrer Bronze Kanonen werden sollten. Glücklicherweise blieb ihnen dieses Schicksal erspart. Beide Glocken, die größere, die die vollen Stunden anzeigt, wie die kleinere für die Viertelstunden, kehrten vom "Glockenfriedhof" in Hamburg nach Goslar zurück. Die größere der beiden steht seither im Seitenschiff der Kirche nahe des Nordturms und diente in den zurückliegenden Jahrzehnten als Friedensmahnmal.

Irgendwie hatte sich in der Gemeinde die Ansicht durchgesetzt, sie sei beschädigt und funktionsuntüchtig. Als vor einiger Zeit der von der Landeskirche bestellte Glockensachverständige die stählernen Glocken, die aktuell den Dienst der Zeitansage versehen, als erneuerungsbedürftig einstufte, wurde die alte, nach Goslar zurückgekehrte Glocke geprüft. Es stellte sich heraus, dass sie keineswegs beschädigt ist und wie in früheren Zeiten wieder als Schlagglocke fungieren kann. Ebenfalls vom Glockenfriedhof in Hamburg zurückgekehrt war jene Glocke, die in der Marktgemeinde als Zwillingsglocke angesehen wurde. Sie lädt heute im Kloster Riechenberg vor den Toren der Stadt Goslar zum Gottesdienst ein. Dort soll sie auch bleiben, denn sie passt nicht zu der größeren, originalen Glocke.

So reifte, auch auf Empfehlung des Glockensachverständigen, der Entschluss, ein neues, passendes Gegenstück gießen zu lassen. Es ist dem Engagement des Fördervereins der Marktgemeinde, großzügigen Einzelspenden wie auch einem Zuschuss seitens der Landeskirche zu danken, dass bald zwei aufeinander abgestimmte Glocken im Nordturm die Zeitansage übernehmen werden, gesteuert von der historischen Weule-Uhr, deren Werk unterhalb der Turmhaube aufgestellt ist. Anders als die stählernen Glocken, deren Haltbarkeit auf ca. 70 Jahre begrenzt ist, können bronzene Glocken Jahrhunderte überdauern.

Zwischen 1120 und 1140 Grad heiß ist die Legierung aus Bronze und Zinn, aus der Glocken gegossen werden. Entsprechend glüht der Tiegel rot, in dem sich das flüssige Metall befindet. Vom Meister der Werkstatt haben wir unsere Plätze angewiesen bekommen in der alten Halle. Uns kommt der Abstand ein bisschen gering vor, was auch an der deutlich spürbaren Hitze, die von dem Tiegel ausgeht, liegen mag. Dafür können wir nun alles gut sehen. Zuerst wird mit einem überdimensionalen Schöpflöffel die Schlacke von dem hell orange leuchtenden Metall entfernt, dann hebt eine Art Kran den Tiegel über die Öffnung, in die das glühende Material fließen soll. Die Gussform ist nicht "fest gemauert in der Erden", wie Friedrich Schiller es in seinem Gedicht beschreibt. Das ist nur bei großen Glocken nötig. Unsere ist noch in einer Dimension, dass schwere, aus Beton gegossene, übereinander liegende Ringe die zuvor in mühevoller Arbeit angefertigte Form zu halten vermag. Sonst aber ist alles wie schon vor Jahrhunderten. Der Meister steigt auf die Form, um den Guss dirigieren zu können. Eine Minute später ist schon alles Entscheidende geschehen. Auf die Öffnung wird Holzkohle geschüttet, damit der nun folgende tagelange Prozess des Abkühlens überall gleichmäßig geschieht.

Ob der Guss geglückt ist? In nur wenigen Fällen, so erfahren wir in dem sich anschließenden Vortrag durch den Glockengussmeister, scheitert der Guss. Ist die Glocke abgekühlt und aus der Form befreit, prüft ein Glockensachverständiger ihren Klang. Mit ein bisschen Glück stimmt alles auf Anhieb. Manchmal wird auf der Innenseite der Glocke noch etwas Material weggenommen, damit genau der gewünschte Ton erreicht wird. Inzwischen wissen wir: Unsere Glocke ist genauso geworden, dass sie gemeinsam mit ihrer größeren und bereits bewährten Zwillingsglocke künftig in viertelstündigem Abstand vom Turm der Marktkirche erklingen wird.

Am Montag, den 31. Oktober, dem Reformationstag, werden die beiden Glocken im Anschluss an einen Gottesdienst geweiht werden.

Gegen 21 Uhr kehrt unsere Reisegruppe nach Goslar zurück. Und alle finden, dass das Erlebte die lange Fahrt gelohnt hat.

Thomas Gunkel



Harzer Kirchen aufgeschlossen

Harzkarte liegt kostenlos in der Marktkirche bereit

Die Zusammenarbeit der Kirchen in der Harz-Region setzt sich fort. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren eine grenzüberschreitende Karte mit geöffneten Kirchen sowie ein Buch über die evangelischen Kirchengebäude im Harz veröffentlicht wurde, ist am Montag, 27. Juni, ein weiteres Projekt vorgestellt worden: eine neue, handlich gefaltete Straßenkarte für die Hosentasche, auf der die verlässlich geöffneten Kirchen im Harz eingetragen sind. Ihre Zahl ist weiter gestiegen. Erstmals finden sich darauf neben den evangelischen auch die geöffneten katholischen Kirchen der Region. Auf diese Weise konnte das Landeskirchen übergreifende Projekt ökumenisch erweitert werden. Propst Helmut Liersch (Goslar) zeigte sich erfreut über die unkomplizierte Zusammenarbeit unterhalb der institutionellen Ebene mit den anderen Harzer Kirchenkreisen sowie den katholischen Bistümern.

Die neue Karte, die in einer Auflage von 85.000 Exemplaren erschienen ist, wird in erster Linie vom Harzer Tourismusverband verbreitet. In allen Tourist-Informationen der Region soll sie kostenlos erhältlich sein. Aber auch in allen Kirchen wird die Publikation ausliegen. Insgesamt sind 110 Kirchen verzeichnet, 39 davon sind katholisch. Herausgeber sind die zu den vier Landeskirchen von Braunschweig, Hannover, Mitteldeutschland und Anhalt gehörenden Kirchenkreise und Propsteien im Harz (Bad Harzburg, Ballenstedt, Clausthal-Zellerfeld, Eisleben, Goslar, Halberstadt, Herzberg, Osterode, Seesen, Südharz) sowie die katholischen Bistümer Hildesheim und Halberstadt.

Michael Strauss, Pressesprecher der Landeskirche

Kirche im Harz aufgeschlossen




Neue Broschüre

Evangelisch im Harz



"Krabbelkäfer" noch offen für neue Kinder

Hallo, liebe Eltern!

Mein Name ist Kerstin Schmidt und ich bin die Leiterin der Krabbelgruppe "Die Krabbelkäfer" im Amsdorfhaus. Ihr habt noch nichts von uns gehört? Macht nichts, dann erzähle ich euch heute einfach ein wenig von uns!

Also, die Krabbelgruppe existiert bereits seid 1999 und ist geeignet für Kiddies ab dem Krabbelalter bis ca. 3 Jahre. Während unserer Treffen haben die Kinder Gelegenheit ausgiebig zu spielen und wir Mütter basteln meistens etwas mit den Kindern bzw. für die Kinder. Singspiele und gemeinsame Besuche auf dem Spielplatz gehören natürlich auch dazu. Regelmäßig einmal im Halbjahr sammeln wir beim gemütlichen Essen neue Ideen, wie wir unsere Treffen spannend gestalten können. Außerdem besucht uns einmal im Monat Pastorin Karin Liebl und überrascht uns mit schönen Aktionen.

Neugierig geworden?

Prima! Wir heißen alle herzlich willkommen, die uns einmal besuchen wollen. Wenn es euch gefällt, könnt ihr natürlich gerne dabei bleiben.

Wir treffen uns immer dienstags um 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr. Bis hoffentlich bald!

Die Krabbelkäfer freuen sich auf Euch!

Treffen der Krabbelkäfer

Foto: Marktgemeinde


Immer dienstags: Krabbelgruppe

"Lebensbegleitung für Jung und Alt" heißt es im Leitbild der Marktgemeinde. Im Amsdorfhaus kommen die Jüngsten jede Woche am Dienstagvormittag von 10 Uhr bis 11.30 Uhr zusammen. Hier treffen sie Freundinnen und Freunde, singen gemeinsam, "gehen auf Löwenjagd" oder "suchen Gespenster", frühstücken zusammen, feiern Geburtstag und vieles mehr.

Auch für die Erwachsenen ist es wichtig nach der Geburt eines Kindes Gleichgesinnte mit ähnlichen Problemen und Fragestellungen zu treffen und sich gegenseitig zu unterstützen. So entsteht oft nach längerer Pause wieder ein Kontakt zur Kirchengemeinde, der für beide Seiten bereichernd ist.

Eltern, die auf der Suche nach einer Gruppe für sich und ihr Kind sind können gerne einfach einmal zum Schnuppern vorbeikommen.

Karin Liebl

P.S. Schön, dass wir seit kurzem - dank Kirchenvorsteher Jörg Düspohl - im Amsdorfhaus auch einen tollen Wickeltisch in der behindertengerechten Toilette haben und so wieder ein Stück familienfreundlicher geworden sind …



Neues Buch von Propst i.R. Helmut Liersch

Predigtband von Propst Helmut Liersch

GOSLAR. Regelmäßige Gottesdienstbesucher werden sich über den Wiedererkennungseffekt im jüngsten Buch von Propst Helmut Liersch freuen. In seinem Predigtband, rechtzeitig vor seinem 60.Geburtstag im renommierten Radius-Verlag erschienen, stehen 26 vornehmlich in der Marktkirche gehaltenen Predigten.

Auch wenn es nicht vom Pfarrer abhängt, ob eine Predigt zum Sauerteig für das Glaubensleben der Zuhörer wird, ist Predigen keine einfache Sache. Da sind Glaubwürdigkeit des Predigers, ein sicheres theologisches Fundament und die Fähigkeit gefragt, die biblische Botschaft ins Leben des Einzelnen und der Gesellschaft „zu übersetzen“. Diese Situation spiegeln die Predigten wie auch der auf dem Pfarrertag gehaltene Vortrag zum Thema „Wie gebe ich Zeugnis von der Hoffnung?“ wieder.

Mit der Wahl des Buchtitels „Geistkraft“ verweist Liersch darauf, dass es Gottes Geist ist, der Leben gelingen lässt. Seine Predigten sind ein Plädoyer für den Glauben, ohne dass er Schwierigkeiten im Umgang mit biblischen Texten ausspart. Das Buch ist in den Buchhandlungen, in der Marktkirche, im Pfarramt und in der Propstei erhältlich.um

Artikel in Goslarsche Zeitung v. 2.9.2006

PREDIGTEN - KRAFT DES GEISTES

Das Buch "Geistkraft" von Helmut Liersch kann man von zwei Seiten lesen: Seinen Hauptteil machen 26 Predigten aus, die der Goslarer Propst in der Goslarer Marktkirche gehalten hat. Man kann aber auch zuerst auf Seite 153 anfangen und sich von Lierschs "Plädoyer gegen die Selbst-Marginalisierung evangelischer Verkündigung" gefangen nehmen lassen.

In diesem Essay legt der Autor, der am 3. September seinen 60. Geburtstag feiert, eine kleine, aber leidenschaftliche Homiletik vor. Er artikuliert das Leiden an "der Unlust an der Predigt", die er - und sicher viele Predigthörerinnen und -hörer - landauf, landab beobachten. Es geht ihm dabei nicht um Kollegenschelte, sondern darum, wie der eigentliche Predigt-Auftrag gelingen kann: "Wie gebe ich Zeugnis von der Hoffnung?" ist seine Leitfrage. Jedenfalls nicht, sagt Liersch, wenn "wir stecken bleiben bei der Bauart palästinensischer Häuser zur Zeit Jesu" oder darin, zu betonen, "was Gott nicht ist".

Liersch macht Mut dazu, Position zu beziehen: Christlicher Glauben hat Antworten auf die existentiellen Fragen, die Menschen umtreiben. "Wir haben doch diese Antworten bekommen - und wir wollen sie doch verständlich geben, seelsorgerlich fassbar". Pastorinnen und Pastoren werden diesen Essay mit Gewinn für ihre eigene Predigtarbeit lesen. Ebenso viel Gewinn werden "Normalleser" aus den Predigten ziehen: Liersch überrascht mit neuen, erhellenden Auslegungen "bekannter" Texte, unterhält und macht neugierig, erhebt nirgends den moralischen Zeigefinger, sondern macht Mut und öffnet den Weg für die "Geistkraft", die allein Glauben wecken und bestärken kann.

Helmut Liersch: Geistkraft. Predigten. Radius Verlag, Stuttgart 2006 170 Seiten, 15 Euro
Evangelische Zeitung vom 3.September 2006