Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar

Neue Internetseite von Propst i.R. Helmut Liersch mit vielen aktuellen Informationen: Christliches,Lutherisches,Menschliches


Eine besondere Kostbarkeit stellt die Büchersammlung der Marktgemeinde mit einem historischen Kernbestand von 2500 Titeln und einer Gesangbuchsammlung von etwa 1200 Exemplaren dar. Neben 115 Drucken vor 1500 (Inkunabeln) bewahrt sie einen umfangreichen Bestand von Schriften der Reformationszeit. Viele stammen von dem Halberstädter Kleriker Andreas Gronewalt, dessen Bibliothek aus noch nicht bekannten Gründen um 1535 nach Goslar gekommen war. Derzeit finden eine intensive Erforschung der Provenienzen und die Auswertung des Kataloges von 1559 statt.







Zu den Kleinoden gehören die

„Septemberbibel“ von 1522 – die erste Ausgabe des Neuen Testamentes in der Übersetzung von Luther

Das einzige erhaltene Exemplar der ersten Auflage des „Erfurter Färbefaß-Enchiridions“ von 1524 – erstes Gemeinde-Gesangbuch überhaupt

Der Originalbrief, den Martin Luther 1529 an die Jakobigemeinde geschrieben hat.

(Abbildungen siehe Bildergalerie)

Bildergalerie - Die Bibliothek der Marktkirche Cosmas und Damian in Goslar

Die Bibliothek war ursprünglich im 1535 errichteten Raum über der Sakristei der Marktkirche untergebracht und ist seit 1968 in einem gesonderten Magazin aufgestellt. Die Bibliothek wird von Propst i.R. Helmut Liersch als Beauftragtem betreut und verwaltet. In diesem Zusammenhang werden auch Forschungsprojekte durchgeführt.

Die Übersetzung des Lutherbriefes

Martin Luthers Brief an St.Jacobi: eine Spurensuche von Helmut Liersch

Sensationeller Fund in der Markkirchenbibliothek - Bericht Goslarsche Zeitung v. 1.11.2012

Marktkirchenbibliothek - Das Geheimnis der Buchschließen von Helmut Liersch

Buchvorstellung "Marktkirchen-Bibliothek Goslar" Herausgeber: Helmut Liersch u. Ulrich Bubenheimer

"Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar - Schatzkammer der Reformationszeit" - Bilder und Bericht von der Veranstaltung am 1.12.16




Buchvorstellung

"Marktkirchen-Bibliothek Goslar"

"Beiträge zur Erforschung der reformationszeitlichen Sammlung"

herausgegeben von Helmut Liersch in Zusammenarbeit mit Ulrich Bubenheimer.

Bildergalerie Buchvorstellung

Vorstellung des Buches durch Propst i.R. Helmut Liersch

Blick ins Buch

Auf gut 300 Seiten und anhand von über 200 farbigen Abbildungen wird erstmals dargestellt, welche Schätze die in der Marktkirche lange Zeit verborgen existierende Büchersammlung beinhaltet. Das Werk erscheint im renommierten Regensburger Verlag "Schnell und Steiner". Über den o.a. Link, kann man einen Blick in das Buch werfen.






Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar - Schatzkammer der Reformationszeit

Dieser Vortrag fand am 1. Dezember 2016 im Rahmen des Europäischen Stationenweges zur Reformation statt.

Bildergalerie vom Vortrag

Am Abend des 1. Dezember fand im Anschluß an das Tagesprogramm des "Stationenweges" (Führungen, Reformationstruck) ein weiteres Highlight in der Marktkirche statt. Unter dem Titel "Die Marktkirchen-Bibliothek Goslar - Schatzkammer der Reformationszeit" , fand ein Vortrag von Propst i.R. Helmut Liersch, welcher als Beauftragter die Bibliothek betreut, statt. Diese Bibliothek hat in den letzten Jahren des öfteren von sich Reden gemacht mit Artikeln, welche das Wort "Alleinstellungsmerkmal" enthielten.
In dem Vortrag wurde deshalb auf die Bibliothek im Allgemeinen und die Alleinstellungsmerkmale im Speziellen eingegangen. Die neueren Informationen wurden u.a. durch Zusammenarbeit von Helmut Liersch mit Prof. Dr. Ulrich Bubenheimer, einem Handschriftenexperten aus Heidelberg gewonnen. So wurde, pünktlich zum Reformationsjubiläum als Alleinstellungsmerkmal, ein Original-Ablassplakat aus der Reformationszeit entdeckt, welches als Buchbindepapier mit der bedruckten Seite nach innen in einem Buch in der Bibliothek versteckt war. Eine reife, kriminalistische Leistung!.
Weitere einzigartige Stücke in der Bibliothek sind das Erfurter Enchiridion aus dem Jahre 1524, das weltweit älteste und einzig noch vorhandene Gesangbuch. Außerdem befindet sich auch eine Septembertestament von 1522 in dem Bestand der Bibliothek. von diesem Buch gab es 3000 Exemplare, 1% sind noch vorhanden. Ein Brief von Martin Luther an die Jacobi-Gemeinde befindet sich ebenfalls im Bestand.
Als weitere interessante Erkenntnis aus den Forschungen, ist die Entdeckung der Bibliothek des ehemaligen Franziskanerklosters (Hinter den Brüdern/Greifplatz) in Goslar in den Beständen der Marktkirchenbibliothek zu nennen. Das Kloster (Gründung ca. 1200) wurde im Zuge der Reformation geschlossen, die Bettelmönche hatten keine Einkünfte mehr. Das gleiche Schicksal ereilte viele Priester, welche durch Abschaffung der Heiligenverehrung einen Wegfall der Pfründe erlitten.
Als wichtiger Punkt wurde ausgeführt, dass ein großer Teil der Bücher aus der Reformationszeit in der Marktkirchenbibliothek aus Halberstadt stammt, als Schenkung der Anwaltes Andreas Gronewald. Gronewald war ein Vertrauter des Kardinals Albrecht von Brandenburg und blieb katholisch. Trotzdem war er den reformatorischen Ideen zugetan, und er legte eine entsprechende Bibliothek an, die er aber unter dem (katholischen) Druck der Ereignisse in Halberstadt 1535 zu einem befreundeten Superindenten Weidensee nach Goslar bringen ließ.

Im Verlauf des fast 1½ stündigen Vortrages, der völlig frei, sowie mit Begeisterung und Identifikation mit dem Thema (und immer mit einer Prise Humor) gehalten wurde, kamen noch viele weitere interessante Informationen und Anekdoten aus der Reformationszeit in Goslar zur Sprache. Die Zuhörer dankten Propst i.R. Liersch mit lang anhaltendem Beifall.