Die Marktkirche St. Cosmas und Damian

Die Marktkirche ist die Rats- und Hauptpfarrkirche der Stadt. Sie wurde nach den beiden berühmten Ärzten und Apothekern: St. Cosmas und Damian benannt.

Als "ecclesia forensis" (Marktkirche) wird sie 1151 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Kirche ist auf das Engste mit dem Schicksal der Stadt verbunden. Ein Kirchensiegel von 1390 wird im hiesigen Museum aufbewahrt. Das Kernstück des heutigen Baus, wahrscheinlich einer älteren im 11. Jahrhundert St. Nikolaus geweihten Kirche, dürfte bereits bestanden haben: Eine romanische Pfeilerbasilika, dreischiffig mit flacher Balkendecke, zweimal acht Arkaden (Bögen) im Langhaus mit Querschiff und Vierung. Diese romanische Kirche hatte auch schon den mächtigen Westriegel, der sich wie eine Burg mit seinen quadratischen Türmen erhebt, die oben achteckig weitergeführt sind; es eröffnet sich innen zum Mittelschiff in einem Rundbogen.

Der Westriegel der Marktkirche besteht aus dem Nordturm (66 m) und dem Südturm (65,40 m). Die Türme sind seit 1930 mit Kupfer bedeckt, wie später auch die Seitenschiffe. Im Mittelteil zwischen den beiden Türmen hängen drei Glocken, die in Goslar gegossen wurden. Der Nordturm brannte 1589 ab und wurde 1593 als "offene Laterne" mit einer welschen Haube und einer Türmerstube wiederaufgebaut. Der Südturm war früher an den Wirt des Brusttuchs als Kohlenlager vermietet. Im Inneren befinden sich nur Leitern, welche die Etagen miteinander verbinden.

Auf einem Schild am Eingang zum Nordturm ist zu lesen:

Nordturm

Seit dem 16. Jhd. mit Türmerstube der Feuerwächter.
Ehemaliger "Nullpunkt" der Landvermessung
10 25' 44'' östl. Länge
51 54' 24'' nördl. Breite.
718 km östl. von Greenwich, 5753 km nördl. des Äquators
Turmhöhe 66 m, der Bolzen am Fuß ist 267 m über Normal Null
Turmbesteigung ist zugelassen.

Bis zur oberen luftigen Etage des Nordturms sind es 232 Treppenstufen. Die Türmerstube befindet sich ca. 56 m hoch über Goslar und ist ein kleiner sechseckiger Raum mit Balken unter der Decke.